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TLF Tanklöschfahrzeug

Magirus IVECO 80-16  4x4
Jahrgang 1986 / Hubraum 6,1 Liter / 6 Zylinder
160 PS / 680 NM / Luftgekühlt.
30 Jahre als Tanklöschfahrzeug im Dienste der Feuerwehr Hallwil-Boniswil.
Mammutli

Den Originalaufbau mit allem, was dazu gehört haben wir nach Slowenien verkauft und ist bereits wieder im Einsatz.
Der neue Wohnaufbau (Eigenbau) ist aus 9-schicht Multiplex phenolharzbeschichtet. 30 - 50mm XPS-Isolation. Gelagert auf einem Hilfsrahmen. Hinten Festlager, vorne Federlagerung.
Solarpanels, 240 Volt, 12 Volt, USB, Küche, Essplatz für 4 Personen, WC/Dusche, Gasrechaud, 12V-Kühlschrank, Hubbett 140 x 200, Diesel-Heizung. 300lt. Wasser. Autark ca. 2 Wochen bei 2 Personen.
Nach ca. 5 Jahren Bauzeit dürfen WIR dieses Ur-Gefährt nun endlich geniessen.
Und das sind WIR...

Ricco, die schwarz-weisse Schönheit unten rechts. Immer über alles informiert und hält uns auf Trab.

Sabine, (natürlich auch schön), die es nicht immer ganz einfach hat mit meinen Ideen und manchmal
zu spontanen Ausführungen.

und Didi...der, mit dem Mammutli tanzt... und zu spontanen Aktionen neigt.
Eigentlich wollten wir im April 2022 die ersten Testfahrten unternehmen. In den Jura fahren, den Luchs aufspüren und beobachten. Dieses ganze Coronagedöns und seine Folgen für einen Moment vergessen und die Seele baumeln lassen.
Aber dann kam der Ukrainekonflikt. Der Krieg. Freunde von uns sind direkt betroffen und stehen ihren Mann in Kiev. Das war dann wohl nichts mit "Seele baumeln lassen". Also änderten wir kurzum unseren Plan.

Wie schon so oft...Plan B.

Der Gedanke zu helfen und trotzdem nicht ganz auf unser Mammutli zu verzichten, brachte uns auf die Idee einer Spendenaktion. Ein Tönnchen Hilfsgüter können wir ja locker zuladen. Klar, auf der Hinfahrt wäre Übernachtung im Hotel angesagt, weil "Schlafzimmer", "Wohnzimmer" und "Küche" vollgepackt wären. Aber, wäre ja zu verkraften. Also fingen wir an, bescheiden zu sammeln. Aus diesem Tönnchen wurden schnell 2 und dann immer mehr. Und das nicht zuletzt wegen einer überwältigenden Spendenbereitschaft in Blumenstein, angrenzender Region und Hilfe aus dem Aargau. Tonnenweise Food, Hygieneartikel, Decken, Schlafsäcke, Kuscheltiere, Bébéartikel, med. Artikel vom Pflästerli bis zum Rollstuhl und vieles mehr warten darauf endlich auf die grosse Fahrt gehen zu dürfen.


Nach mehreren Tagen sortieren und einpacken der gespendeten Güter geht`s nun endlich an`s Laden.             
2 Fahrzeuge werden für Senica beladen. In der Stadt mit 20`000 Einwohnern wird unermüdlich daran gearbeitet, dass sie die Menschen aus der Ukraine würdig empfangen können. Die neu angekommenen werden mit dem Nötigsten eingedeckt. Und Blumenstein hat einen ganz grossen Beitrag dazu geleistet. Dann versucht man, sie im ganzen Land an Familien zu vermitteln, die sich für eine Aufnahme zur Verfügung gestellt haben.
Der Bedarf an Hilfsgütern ist somit weiterhin ungebrochen gross.

Das dritte Fahrzeug, Mammutli, beladen wir mit Artikeln, die eher für die Flucht und für den Einsatz im Kriegsgebiet benötigt werden. Medizinisches Material, Schlafsäcke, Hunde- und Katzenboxen mit Futter und natürlich ebenfalls mit Lebensmitteln, Hygiene, Bébéartikel, Wasser, Kindersitze, Maxi Cosis, usw.

Für uns alltägliches. Für die Flüchtenden, lebensnotwendig.
Danke viu mau... Bluemistei
...und Marlise, Esther und Jonathan für`s fahren. Dani und Silvia, Ursula und Helen für`s sortieren und anpacken.

Nach ca. 1`000km in Senica angekommen wird zuerst Jonathan`s Anhänger entladen. Die Stadt hat kurzerhand ein Ferienresort in ein Übergangslager umfunktioniert. Die ukrainischen Flüchtlinge kommen so erst mal zur Ruhe und haben eine provisorische Bleibe. Das Ziel der Organisatoren ist es, diese Menschen innert max. 4 Wochen bei Privatpersonen und Familien in der Slowakei unterzubringen. Täglich treffen neue Ukrainer ein. Und gemäss den Aussagen des Bürgermeisters steht die grosse Welle erst noch bevor. Aber die Hilfsbereitschaft und Flexibilität der Slowaken ist beispielhaft. In Senica werden bereits jetzt Turn- und Mehrzweckhallen vorbereitet. 

Die Männer aus der Ukraine packen tatkräftig mit an, so dass wir auch Zeit für ein paar Fotos haben.


Schon einen Tag später wird das Fahrzeug, von Wenger`s gesponsert und von Marlise und Esther gefahren, ebenfalls in Senica entladen. Noch einmal einige 100 Kilos Nahrungsmittel, Hygieneartikel, med. Artikel und viele Decken und Kissen. 
Jetzt noch ein Verwöhnprogramm, organisiert von Peter Horvath. Er ist Koordinator und Berater des Bürgermeisters der Stadt, wenn es um Fragen der Beziehung Schweiz-Slowakei geht. Peter zeigt uns die Sehenswürdigkeiten in der Region Senica und am Abend treffen wir uns zu einem gemütlichen Nachtessen, wo wir Spezialitäten der Slowakei kosten dürfen - herrlich! Die Stadt Senica hat sogar für unsere Unterbringung im "Grand Hotel Sencia" gesorgt. Ein kleines, feines, blitzblankes Hotel mit 10 Zimmern.

Mammutli fährt nach diesem Zwischenhalt in Senica weiter nach Presov. Eine Stadt ganz im Osten der Slowakei, nahe am Kriegsgeschehen. Die Helfer der Organisation "Podaj d`alej", leisten unter grossem Zeitdruck spontane und speditive Hilfe. Seit Ausbruch des Krieges werden die Ostertage ihre erste Verschnaufpause sein.
Der selbstlose und unermüdliche Einsatz dieser Menschen beeindruckte und zutiefst.
Es war uns eine grosse Freude, die Spenden mit einem guten Gewissen dieser Organisation übergeben zu dürfen.
Wir sind überzeugt, dass "Podaj d`alej" unsere Spenden mit dem nötigen Respekt und Umsicht in der Ukraine den Hilsbedürftigsten im Kriegsgebiet verteilt.
Für dieses Mal ist unser Einsatz beendet. Aber es war uns schon auf der Rückreise in die Schweiz klar geworden, Wir machen weiter! Die Erlebnisse und die Emotionen dieser Aktion, aber vorallem die Hilfsbereitschaft und die Gastfreundschaft dieser Menschen dort hat uns zutiefst berührt.
Wir dürfen mit Stolz sagen, dass wir unsere erste Hilfsaktion mit Bravour bestanden haben. Die tollen Spenden, die Fahrt in den Osten, unsere Freunde der Hilforganisation...alles hat perfekt geklappt (naja, bis auf das Nervenspiel am Zoll). Aber man muss sich ja noch verbessern können ;-).
Darum...warum aufhören, wenn sich das Netz von Tag zu Tag vergrössert und verbessert?
Wir haben persönliche Unterstützung von Frau Linda Kapustova, stellvertretende Botschafterin der Botschaft  in Bern, von Magistrat Filip Lackovic, stellvertretender Bürgermeister von Senica, Frau Helena Vircikova, Honorarkonsulin in Presov, und natürlich von Vicky und Vladimir Benc von der Organisation "Podaj d`alej" in Presov, die nichts anbrennen lassen. Sie fahren persönlich mit Waren in die Ukraine oder begleiten den Konvoi.
Immer mehr  Sachspenden werden uns von überall her angeboten. Es wäre einfach falsch, jetzt aufzuhören. 
Unsere Fahrer und Mitfahrer geben ihre Ferientage her für die Reise hin und zurück. Die Verpflegung und Unterkunft berappen die Freiwilligen auch selber. Die Fahrzeuge und deren Amortisation sind bis jetzt ebenfalls offeriert und als Spende zu verdanken. Aber die Treibstoffkosten dürfen und möchten wir nicht auch noch den Fahrern zumuten. Sonst finden wir in Kürze niemanden mehr.


Helft uns mit einer Spende, dass solche Ware wie auf diesem Bild, nicht wie vorgesehen in den Schredder gelangt, sondern in unsere Fahrzeuge. So wie Bettenland.ch in Kappelen.
Und wir sorgen dafür, dass unsere wertvollen "Abfälle" noch lange Gutes tun.

So, wie es jeder von uns auch gerne hätte. 
Ehrensache...oder?
Ein alter Mann...nach seiner Flucht in den Westen des Landes endet auf unseren Matratzen.
Seine erste Rast nach vielen Tagen. 
Spendenkonto:
IBAN: CH88 0870 4051 4169 7912 6     
Mammutli hilft
3638 Blumenstein

TWINT: 079/522 41 16   Dieter Müller
Vermerk: "Mammutli hilft"

Wir organisieren alles persönlich und fahren die Güter persönlich ans Ziel.
Wir führen Buch über alle Ausgaben. 
Die Spender erhalten jederzeit Einblick über die Zahlen. (nicht über die Namen !) 
Danke für das grosse Vertrauen

2te Runde...

Die Vorbereitungen für die Fahrt am 22.Juli sind schon in vollem Gange. Das Netz vergrössert sich stetig und dank Pfarrerin Barbara Klopfenstein und ihrem tollen Team macht auch dieses Mal trotz regnerischen Wetter das Sammeln mächtig Spass. 
In 4 Sammelabenden von je 1 Stunde füllen sich die Paletten randvoll. 


Ein riiiesiges Dankeschön auch an Thierachern und Umgebung. Nebst den vielen grosszügen Sach- und Barspenden der vergangenen 4 Spendenabenden warten unter anderem wieder 28 Rollstühle, über 20 Rollatoren, bis jetzt über 30 Matratzen und vieles mehr auf den Abtransport.
So macht es richtig Freude und auch ein bisschen stolz, solch wichtige Güter liefern zu dürfen. 
Merci Thierachern...
...und Barbara, Vreni und Sämi für eure Mithilfe bei den Spendenannahmen
Der 22.Juli 2022

Die Fahrzeuge sind beladen. Die Papiere für den Zoll so gut wie möglich vorbereitet. Die Bewilligungen (Zollpapiere, Mauterlass, Vigettenbefreiung, etc.) alle griffbereit. Nun liegt es nur noch an Brünu und mir, die Waren unversehrt ans Ziel zu bringen. An dieser Stelle möchten wir uns auch noch bei der Firma BRAUN Elektro AG Heimberg/Blumenstein für das Sponsoring des VW T5 bedanken. Dies ermöglicht uns immerhin 700 kg Material mehr zu liefern. Das hört sich nach nicht sehr viel an. Wer aber 700kg, vor allem medizinisches Material ins Auto trägt, weiss dass das ein ganz schöner Brocken ist.

Es gibt kaum einen besseren Platz als hier, Rollstühle, Gehhilfen und medizinisches Equipment abzuladen.
An dieser Stelle der Organisation Rollaid in Interlaken ein riesiges Dankeschön für diese tolle Spende. 
Aber es braucht noch so viel! Für das Veteranen-Hospital: Pflegebetten, Decken, med. Material, chirurgische Hilfsmittel, Hygieneartikel und Desinfektion. Und weitere Rollstühle und Gehhilfen. Es fehlt an allen Ecken und Enden. Und für die Männer an der Kriegsfront: Reiseapotheken, Autoapotheken, Tourniquets, Schmerzmittel, alles was Leben retten kann. Samaritervereine, Feuerwehren, etc...das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl ;-).
Wir werden zeitnah unsere "Liste mit dringendst benötigten Artikeln" anpassen und mehr Schwergewicht auf "Erste Hilfe" und Spitalequipment legen. 

Uschgorod... eine Stadt im Westen der Ukraine. Wunderschön, viele Bäume und Gartenanlagen. Die Usch fliesst quer durch die ganze Stadt und lädt zum Verweilen ein. Aber bei genauerem Hinschauen...Viel Militär. Wichtige Gebäude sind mit Sandsäcken gesichert. Beinahe täglich Luftalarme, Stromausfälle. Die Kinder sind zwei Stockwerke unter dem Boden in der Schule. Aber trotzdem versuchen die Menschen den Alltag so normal wie möglich zu bewältigen. Die Läden sind geöffnet. Und wenn der Strom ausfällt, bezahlt man später. Man vertraut sich. Bargeld gibt es kaum noch. Seit Kriegbeginn ist es nichts mehr wert. 

Als wir dieses Bild im Veteranen-Hospital aufgenommen haben, fiel uns erst danach das Fahrzeug im Hintergrund auf. Es ist das aktuelle Ambulanzfahrzeug, Eine UAZ 452 aus der Baureihe der späten 60er frühen 70er Jahren. Sie hat seine besten Jahre gesehen. Zwar kann man sie mit wenig Werkzeug reparieren. Aber auch das ist beinahe nicht mehr möglich. Das Ding steht da ohne jegliche Innenausstattung. Kein Beatmungsgerät, nicht mal eine Rolltrage oder andere Erleichterungen. 4 Haken am Boden um das Spannset zu befestigen. Das ist alles. Und damit werden die schwerstverletzten Opfer des Krieges transportiert. 
Unglaubliche Zustände...vielleicht finden wir zusammen auch hier eine Möglichkeit zu helfen.

Seit dem 5. August sind wir wieder zu Hause. In der "wohlbehüteten" Schweiz. Weit, weit weg von den unmenschlichen Geschehnissen. Einem wunderschönen Land (was noch davon da ist) mit vielen Traditionen und herzlichen Menschen. 
Es wird wieder ein paar Tage, eine lange Dusche und eine anständige Rasur brauchen, um diese Eindrücke zu verarbeiten. Die "Normalität" hier wird uns bestimmt wieder auf andere Gedanken bringen. Aber so wie vorher wird es wohl nie mehr. 
"mein Lieblingsbier ist ausverkauft" , "10min warten an der Kasse und die nebenan öffnet nicht" , "keinen Parkplatz finden in Thun" ...
Leute, was haben wir denn hier für Probleme?
Wir machen weiter. Die nächste Runde ist bereits in Planung
JETZT sind wir eine offizielle Hilfsorganisation !
Verein "Mammutli hilft..."        mammutli-hilft@bluewin.ch
Wir verschicken kein Geld! Wir helfen persönlich. 
​​​​​​​Dort wo es gerade am dringendsten benötigt wird.   Das ist unser Versprechen!

Spendenkonto:
IBAN:CH88 0870 4051 4169 7912 6            
Mammutli hilft
3638 Blumenstein

TWINT: 079/522 41 16  Dieter Müller 
Vermerk: "Mammutli hilft"


 Montag  17. Oktober 2022 in der Pfruendschüür in Thierachern    20:00

 Freitag   21. Oktober 2022 im Singsaal in Blumenstein                  20:00

 Mittwoch 2. November 2022 im Samariterlokal WABU                   20:00